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Ostfriesland dominiert bei Verbandsmeisterschaften im Klootschießen
(FKV100:100)
- Gold für Norder Nachwuchs: Rieke Schmidt und Wilko Uphoff gewinnen
Verbandsmeisterschaft
Ideale Voraussetzungen hatten die Verantwortlichen des
Landesklootschießerverbandes Ostfriesland auf dem Mehrzweckgelände für die
Teilnehmer an den Verbandsmeisterschaften im Klootschießen am vergangenen
Sonnabend auf dem Mehrzweckgelände in Tannenhausen geschaffen. Da auch das
sonnige Wetter mitspielte und ein leichter Schiebewind den Aktiven zu Hilfe kam,
gab es zahlreiche Höchstleistungen zu bestaunen.
Leider war es den Gästen aus Oldenburg nicht möglich, in allen Altersklassen
eine Mindestzahl an Startern für die Mannschaftswertungen in den 17
verschiedenen Altersklassen zu stellen. Besonders in den Erwachsenengruppen
waren nur die Frauen und Junioren mit einer Mindestanzahl an Aktiven besetzt,
daher fiel der Ländervergleich zwischen Ostfriesland und Oldenburg auch
unerwartet hoch aus. Mit einem Rekordsieg von 984.15 Metern und einer
Detailwertung von 15 zu 2 in den Altersklassen wurde der höchste Sieg in der
Geschichte der Ländervergleiche 100:100 von den Gastgebern ausgelassen gefeiert.
Lediglich die Klassen der männlichen Jugend C und D gingen mit 3.05m bzw. 14.10m
denkbar knapp an die Jungen aus dem Oldenburgerland. In der weiblichen Jugend A
blieben die Ostfriesinnen gänzlich ohne Gegenwehr. Und auch elf der zu
vergebenen siebzehn Einzeltitel blieben in Ostfriesland.
Mit vier Goldmedaillen und dazu zwei Vizemeistern und einmal Bronze wurde
Wittmund bester Kreisverband in der Medaillenwertung vor Stadland (3/2/2),
Aurich (2/3/2) und Norden(2/2/2).
Früh am Nachmittag gingen die jüngsten Aktiven an den Start. Dabei sorgte der
wurfgewaltige Berumburer Wilko Uphoff (NOR) gleich für den ersten Hingucker. Er
schleuderte die 250 Gramm-Kugel auf unglaubliche 36.65m. An seine neue Bestmarke
kamen die Gegner nicht annähernd heran. Mit 24,25 Meter gewann der Esenser
Lennart Kelsch Silber vor dem Ammerländer Wilko Dänekas (23.85m). Auch die
C-Mädchen ließen nichts anbrennen und sorgten für weiteres ostfriesisches
Edelmetall. Maren Oelrichs (ESE/26,70m), Maren Coordes (AUR/25,90m) und Lene
Gerjets (FRI/24,60m) landeten auf dem Treppchen.
Über einen Doppelsieg jubelten die Norder D-Werferinnen. Lediglich 10 cm trennte
die neue Verbandsmeisterin Rieke Schmidt aus Ostermarsch (NOR/32,60m) von
Stefanie Seeberg aus Rechtsupweg. Julia Heiken aus Aurich und die Butjadingerin
Neele Bruns teilten sich mit 31,25m den Bronzeplatz. Gleich zwei Oldenburger
Jungen standen in der männlichen Jugend D an der Spitze der Konkurrenz. Erik
Klockgether, (STA/ 38,15m) und Sönke Ostendorf (BUT/34,20m) landeten vor dem
drittplazierten Jannik Goldenstein vom KV Aurich, der genau 33 Meter schaffte.
Einen weiteren Oldenburger Doppelsieg vermeldeten die C-Jungen. Der
ostfriesische Landesmeister Tobias Djuren aus Norden (52.65m) konnte mit Torben
Lehmann (FRW/56,55m) und dem Butjadinger Jonas Schüler (53,80m) nicht ganz
mithalten und holte Bronze.
Besonders dramatisch war das Finale der weiblichen C-Jugend. Die Auricher Maike
Huismann hatte sich mit tollen 43,75 Metern die Führung erkämpft und Nane
Stoffers aus Butjadingen hinter sich gelassen. Als Letzte nahm Julia Allgeier
aus Blersum die Kugel in die Hand, verzog aber ihre ersten drei Würfe. Erst ihr
allerletzter Versuch passte optimal und landete bei der neuen Bestweite von
46,05m und bedeutete die Meisterschaft!
Ebenso dramatisch das Geschehen der B-Mädchen. Hier hatte die Bensersielerin
Ina-Baumfalk-Egberts (ESE) die Messlatte mit ausgezeichneten 46,25m sehr hoch
angelegt und führte bis zur allerletzten Paarung der beiden Landesmeisterinnen
Nina Coordes aus Ihlowerfehn (AUR) und der Ammerländerin Marie-Anna Dunkhase.
Mit starken 46,65m übernahm die Ostfriesin die Spitze. Die exzellent
vorgetragenen Würfe der Oldenburgerin erreichten dieses Niveau ebenfalls. Erst
das genaue Nachmessen ergab eine 5 cm Führung für die überglückliche neue
Verbandsmeisterin Nina Coordes.
Ausnahmewerfer Jabbo Gerdes aus Willmsfeld (ESE) brauchte auch aus dem Lager der
Oldenburger keine Konkurrenz zu fürchten. Seine Spitzenweite von 70.20 Meter
konnten von Sören Bruns(FRW/58,95m) und dem Butjadinger Hendrik Ostendorf
(55,20m) nicht annähernd gefährdet werden.
Auf Seiten der Gäste hatte sich wohl die Leistungsstärke der ostfriesischen
A-Mädchen herum gesprochen. So blieb man lieber geschlossen der
Verbandsmeisterschaft fern als sich eine deftige Klatsche abzuholen. Trotzdem
gab es wieder Friesensport auf höchstem Niveau zu bestaunen. Das ostfriesische
Spitzentrio mit der Ardorferin Ann-Christin Peters, der Dietrichsfelderin Luisa
Friedrichs und Anke Redelfs aus Utgast lieferte sich einen erbitterten Kampf um
die Krone.
Mit 57,55 Meter gewann die Wittmunderin Gold vor Friedrichs (54,90m ) und
Redelfs (51.90m).
Keno Vogts wurde seiner Favoritenrolle mit starken 81,60 Metern gerecht. Der
Amerländer A-Jugendliche gewann Gold vor Dominik Allgeier aus Blersum (WTM), der
mit 77,25m ebenfalls eine herausragende Leistung zeigte. Sven Büsing aus
Stadland kam mit knappen Vorsprung auf Bronze vor Henning Schiffer, Utgast.
Silke Schonlau aus Willen (WTM) ließ mit 52.70 Meter ihrem Mehrkampferfolg jetzt
einen weiteren Verbandsmeistertitel im Standkampf der Juniorinnen folgen. Sarah
Bruns aus Butjadingen kam mit 50,80 Meter auf dem Vizeplatz vor ihrer
Mannschaftkameradin Antje Wulff (47,95m) aus Mentzhausen (STA).
Roman Wübbenhorst behielt beiden Junioren die Oberhand über seine Oldenburger
Widersacher. Hinter dem Dietrichsfelder landeten die Gebrüder Manuel (75,40m)
und Stefan Runge (74,95m ) aus Mentzhausen auf den weiteren Medaillenrängen.
Spannende Vergleiche gab es auch bei den Senioren zu sehen. Bei den ältesten
Aktiven über 65 Jahre gewann der Ardorfer Peter Menken mit 59,05 Meter vor
seinem Willener Dauerkonkurrenten Helmut Siefken, der 58,50 Meter schaffte.
Dahinter kam mit dem Ammerländer Johann zur Horst ein weiterer Spitzenwerfer aus
vergangenen Friesensportzeiten auf den Bronzerang.
Gerd Tammen aus Friedeburg drehte den Spieß um und revanchierte sich mit 73,55
Metern erfolgreich für seine Niederlage bei den Landesmeisterschaften gegen
Siegfried Wilberts aus Hage /NOR, der diesmal mit ebenfalls beachtlichen 71.10
Meter das Nachsehen hatte. Mit 50 cm Vorsprung vor dem besten Oldenburger freute
sich Gerd Eilers aus Wittmund abermals über Bronze.
Der Jugendwart des Landesverbandes Oldenburg Bernd Tapkenhinrichs zeigte seinen
Schützlingen, das er nicht nur etwas von seinem Fach versteht, sondern auch noch
selber aktiv zur Kugel greifen kann. Er gewann mit 73,80 Meter die Meisterschaft
der Männer II vor seinem Stadländer Kreiskameraden Alfred Wulf, der mit 70,70
Meter mit knappen 35 cm
Vorsprung vor dem bestplatzierten Ostfriesen Thomas Erdmann aus Westeraccum /ESE
die Silbermedaille bekam.
Sandra Schimanski und ihre Schwägerin Sabine Altona sorgten für einen Doppelsieg
der Damen aus der Friesische Wehde. Ihre 52,80m bzw. 51,35m konnten von der
Ostermarscherin Andrea Blonn (NOR) mit 49,40m nicht erreicht werden. Trotzdem
gab es mit 3,15 Meter einen Mannschaftssieg der Gastgeberinnen.
Einen Gruppenerfolg gab es auch für die ostfriesischen Hauptwerfer zu
verzeichnen. Die Differenz von 144 Meter ist aber hauptsächlich auf die
unterbesetzte Mannschaft der Gäste zurückzuführen, die unverständlicher Weise
mit nur drei Werfern antrat. Noch einmal ließ der Ex-Europameister Detlef Müller
aus Mentzhausen sein Können aufblitzen und erzielte mit 82,50m die
Tageshöchstweite aller Teilnehmer, Renko Altona aus Horsten, KV Friedeburg und
Robert Djuren aus Westeraccum, Esens sicherten die weiteren Medaillen für den
Gastgeber mit Weiten von 74,15m bzw. 73,75m ab. Nur denkbar knapp scheiterten
Dirk Schomaker, Butjadingen und Ralf Look, Großheide /Norden auf den folgenden
Plätzen.
Im kommenden Jahr stehen nach den Winterfeldkämpfen die nächsten deutschen
Meisterschaften vom 3. bis 5. 6 in Nordhorn an und es gilt, eine schlagkräftige
Truppe für die Europameisterschaften in Italien 2012 zu formieren. Im weiblichen
Bereich dürfte es angesichts des starken Friesensportnachwuchses keine Probleme
geben, dagegen steht besonders im Bereich der Männer ein Generationswechsel an.
Es gibt viel zu tun für die Klootschießer des Friesischen Klootschießerverbandes!
Bericht von Eilert Taddigs, Neuwesteel
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